Die Entstehung
Wie ist es zur Entwicklung gekommen?
Das bin ich: Fabian :)
Genau wie viele von euch, liebe ich die Fotografie als Hobby. Und sicherlich kennt ihr dieses Gefühl: Ihr habt eine genaue Vorstellung vom perfekten Bild, drückt ab, und am großen Monitor kommt die Ernüchterung. Bei mir war es die Street- und Portraitfotografie, die den Stein ins Rollen brachte.
Das Problem: Bei einem wichtigen Portrait-Shooting passten die Schärfegrade einfach nicht. Das Motiv war perfekt getroffen, das Licht stimmte, aber bei offener Blende war nicht nur die Randschärfe zu weich – sogar die Bildmitte war schlichtweg unbrauchbar, und das Bokeh wirkte unruhig. Es fehlte mir das tiefe Verständnis für den "Sweet Spot" meines eigenen Objektivs in genau diesem spezifischen Setup.
Der Testlauf: Sicherlich kennt ihr das: Um mein Equipment wirklich kennenzulernen, habe ich eine ausgiebige Testreihe geschossen. Motiv aufgebaut, Kamera aufs Stativ und dann dieselbe Szene systematisch durch alle Blendenstufen fotografiert — von komplett offen bis komplett geschlossen.
Anschließend saß ich in Lightroom. Ich habe mir jedes einzelne Bild im Detail und bei 100% Zoom angesehen und angefangen, Ratings für die Performance meines Objektivs bei genau dieser Blende und dieser Distanz zu vergeben.
Und dann? Es vergingen ein paar Monate, bis ich wieder die Möglichkeit hatte zu fotografieren. Natürlich hatte ich die Ergebnisse meiner Testreihe bis dahin komplett vergessen. Ich wusste nur noch: Offenblende ging gar nicht. Aber wo war nochmal der Sweet Spot? Bei welcher Brennweite bekomme ich die größte Blendenöffnung bei noch akzeptabler Schärfe? Ich wusste es schlicht nicht mehr.
Also wurde das eigentliche Shooting wieder einmal zum Testshooting. Der Frust wuchs und bestätigte sich später am Rechner: Gute Motive verpasst, weil die Einstellungen doch nicht die richtigen waren. In diesem Moment kam mir die Idee, meine Vergesslichkeit aus der Gleichung zu nehmen.
Der Beweis
Die offiziellen Test Charts
Um meine Wahrnehmung zu verifizieren, habe ich offizielle Test Charts (MTF-Charts) des Objektivs (ein Sigma aus dem Jahr 2008) herangezogen. Das Erstaunliche: Meine eigenen Ratings unterschieden sich deutlich von den Labormessungen! Darum geht es ja – jeder hat seine eigene Wahrnehmung, und was laut Labor für 2008 "sehr gut" war, wirkte für mich am heutigen, hochauflösenden Monitor oft eher mittelmäßig bis schlecht. Zufriedenstellende Schärfe fand ich anhand meiner eigenen Tests ohnehin erst bei Blendenwerten, bei denen das Objektiv für meine Portraits unbrauchbar wurde, weil das Bokeh fast verschwand. Genau daraus entstand die Idee für die Matrix – ein System für deine individuellen, visuellen Ansprüche statt veralteter Laborwerte. Und letztendlich auch der Entschluss, in ein anderes Objektiv zu investieren, das sich besser für Portraits eignen sollte.
Testlabor (Laborwerte)
24mm
40mm
70mm
f/2.8
f/4.0
f/5.6
f/8.0
Eigene Empfindung (Praxis)
24mm
40mm
70mm
f/2.8
f/4.0
f/5.6
f/8.0
So entstand die Idee: Eine App, die dieses System auf das Smartphone bringt, damit ihr das perfekte Objektiv für den jeweiligen Moment mit einem Blick auf die Matrix auswählen könnt.